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Johannes Mario Simmel ist tot

10. Jänner 2009

Ein Vielschreiber als Bestseller-Autor 1924 als Sohn eines Chemikers und einer Lektorin in Wien geboren, musste Simmel als Jude mit seinen Eltern nach London emigrieren. Zurückgekehrt wurde er 1948 jüngster Kulturredakteur Österreichs. Ein Jahr zuvor war bereits bei Zsolnay sein erster Novellenband »Begegnung im Nebel« erschienen. Der studierte Chemiker machte eine steile Journalistenkarriere, von Reisereportagen über naturwissenschaftliche Serien bis hin zu einer wöchentlichen Sexual-Kolumne in den prüden 50er-Jahren. Nebenher schrieb er Drehbücher für immerhin 36 Filme. Bekannt wurde Simmel jedoch vor allem als Bestseller-Autor mit dickleibigen Romanen (die auch verfilmt wurden). 1960 erschien »Es muss nicht immer Kaviar sein«, das in über 30 Sprachen übersetzt auch zu einer Fernsehserie wurde. Auf insgesamt 73 Millionen verkaufte Bücher kann Simmel stolz sein. Die Kritik aber nannte ihn einen »Bestseller-Mechaniker« und einen »demokratisch-engagierten Gebrauchsschriftsteller«. Erst mit »Doch mit den Clowns kamen die Tränen« (1987) folgte eine Neubewertung. »Denn erklärtes Ziel seiner populistischen Unterhaltungsromane war Aufklärung«, schreibt Christoph Huber in seinem Nachruf in der »Presse«. An Simmel kann man nicht nur die Bedeutung von Trivialliteratur studieren, sondern auch den Umgang mit der NS-Ära, die für Simmel ein Schlüsselthema war. Und so engagierte sich Simmel auch stets politisch und sozial. Am Neujahrstag verstarb Simmel in der Schweiz. (lmv)

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