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Lesung und Gespräch mit Wolf Wondratschek
Krakau (OTS) - Auf Einladung des Österreichischen Generalkonsulats Krakau unternimmt der in Wien lebende deutsche Schriftsteller Wolf Wondratschek eine Lesereihe durch Südpolen. Die erste Etappe seiner Polen-Tour führt ihn am 20. April nach Krakau, am 21. April hält er sich in Przemysl, am 22. April in Opeln und am 23. April in Breslau auf. "In einem Duell zu sterben ist eine Todesart, die mir gefallen könnte. Ich liebe den Zweikampf", so Wolf Wondratschek, der in den siebziger Jahren zu den bekanntesten deutschen Lyrikern zählte.
Zu Wondratscheks hauptsächlichem Themenbereich gehört die Mann-Frau-Beziehung, die er in lyrischen Formen wie Sonette realisierte. Heute ist er einer der wenigen Schriftsteller, die Boxer interessanter finden als Schriftsteller. Er genießt die Wertschätzung vieler Kritiker und Leser, die die Auflagen seiner Gedichtbände auf über 100.000 Exemplare anwachsen ließen. Seit Mitte der neunziger Jahre ist Wien Wondratscheks Wohnsitz. Über Wien sagt er: "Ich bin heimgekehrt, denn Wien ist die Heimat meines Lebensgefühls. Doch man sollte nicht von einer späten Liebe sprechen, denn mein Name kommt aus dem Böhmischen und meine Vorfahren väterlicherseits aus der Monarchie. Ich halte mir die Stadt aber vom Leib, um zwischen ihr und mir meine Mythen Platz nehmen zu lassen."
Geboren wurde Wolf Wondratschek am 14. August 1943 in Rudolstadt in Thüringen, er wuchs in Karlsruhe auf und bestand dort das Abitur, studierte von 1962 bis 1967 Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie in Heidelberg (bei Hans Georg Gadamer), Göttingen und Frankfurt (bei Theodor W. Adorno). Die Gedichtbände der siebziger Jahre brachte nicht ein Verlag heraus, sondern der Versand Zweitausendeins (Auflagen über 100.000). 1970/71 bekleidete er eine Gastdozentur für Poetik an der Universität Warwick. 1977/78 war er auf Vortragsreise durch US-amerikanische Universitätsstädte. Um 1980 hielt er sich für Recherchen im Auftrag verschiedener Zeitschriften in Mexiko (auf den Spuren Malcolm Lowry‘s) und den USA (v.a. im Milieu des Berufsboxsports) auf. Wolf Wondratschek über sich als Schriftsteller: "Ich beendete diese Karriere, indem ich blieb, der ich war". "Vom Pop-Genie zu Klassiker" schrieb eine Zeitung - "Daran hätte ich nichts auszusetzen, solange es nicht voraussetzt, ich sei tot."
Wondratscheks Frühwerke zeichnen sich durch eine radikale antibürgerliche Stimmung aus - immer schwang dabei aber eine gesellschaftskritische Haltung mit. In dieser Weise entstanden beispielsweise im Jahr 1969 der Prosaband "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde" (seine erste Buchveröffentlichung, die ihn bekannt machte) und 1970 "Ein Bauer zeugt mit einer Bäuerin einen Bauernjungen, der unbedingt Knecht werden will". Wondratschek schockierte 1992 die Literaturwelt mit seiner nonfiction-novel "Einer von der Straße", der Roman eines Milieus.
Rückfragehinweis: Österreichisches Generalkonsulat Krakau Telefon: (+48/12) 424 99 30 E-Mail: krakau-gk@bmeia.gv.at Internet: www.aussenministerium.at/krakaugk
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